Guillardia
Ich wünsche Euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Viel Glück, Gesundheit und alles was man sonst noch brauchen kann! Kommt gut ins neue Jahr und wir sehen/hören uns dann im neuen Jahr!

Guillardia
Hmmm, was machen wir denn heute? Mal schnell gegoggelt und dann das gefunden:


"A Festive Display "
"The spectacular six week light extravaganza is back! If you get into the holiday spirit by
cruising around Calgary and taking in Christmas light displays, then this is definitely for you.
This is the mother of all light displays with 1.5 million lights and more than 200 displays in all shapes and sizes lighting up the Calgary Zoo's night sky.
This is the only interactive light show in the city that immerses you in the spirit of the season with sight, smell and sound. Hot chocolate, firepits, seasonal entertainment, kids play areas and the ever-popular Candy Cane Lane make this an annual family tradition."


Also da man ja nicht den ganzen Tag rumm gammeln kann, haben wir uns gestern Abend in warme Klamotten geschwungen und uns mit dem Auto auf den Weg in den Zoo Calgary's gemacht.











































Leider war es doch recht chillig (gefühlte -15°C), so dass Björn und ich uns nach einem Rundgang wieder ins warme Auto gesetzt haben und Essen gegangen sind. Also dann, vielleicht bis zum nächsten Jahr!








Noch ein letzter Blick auf die beleuchtete Skyline, den Bow River und den Zoo, dann ab ins Warme.
Guillardia
und wir haben unser erstes Familien-freies Weihnachten verbracht. Nachdem mir es die ganze Zeit ja etwas mulmig war, ohne meine Familie zu feiern, war der Weihnachtsfeiertag doch sehr schön und entspannt. Ich habe den ganzen Tag so vor mich hin gekocht, wir haben mit unseren Familien geskypt, viele Weihnachtspäckchen aus Deutschland in Empfang genommen (Vielen, vielen Dank für die ganzen Karten und Päckchen, ich habe mich unheimlich darüber gefreut!), dann einen Spaziergang gemacht und natürlich unsere Geschenke unter die Weihnachtspalme gelegt (schaut mal auf Björn's Blog, da gibt es Bilder davon). Aber vorallem habe wir abends erst ganz lecker gegessen, bevor es dann Bescherung gab. Hier das Drei-Gänge Menü in der Übersicht:

Als Starter: "Il miglior brodo siciliano di aragosta" ( Rezept: Jamie Oliver, Genial Italienisch), die ultimative Hummersuppe, bei uns waren allerdings Riesengarnelen drin, denn ich wollte vor Weihnachten nicht unbedingt Hummer in der Badewanne beherbergen.

Als Hauptgang gab es dann den Klassiker:

Entenbraten a la Tim (Rezept: Tim Mälzer, Born to cook 2), hmmm war das lecker. Hätte ja nie gedacht, dass ich mal so 'ne Ente hingezaubert bekommen. Dazu gab es eine Johannisbeer- Rotweinsauce und Parmesan-Grieß-Gnocchi. Ganz was feines, hat auch nach dem Aufwärmen nochmals hervorragend geschmeckt.

Als Dessert:

Süße Beeren-Lasagne (Bild ist nicht ganz wahrheitsgetreu :-), Rezept: Tim Mälzer, Born to cook 2), ein sehr leckerer und weihnachtlicher (dank des vielen Zimtes) Abschluss für ein gelungenes Weihnachtsessen.

Auch über die ganzen schönen Geschenke habe ich mich sehr gefreut: schön viel Lesestoff war dabei, eine neue Handtasche, eine Weihnachtskugel, Nürnberger Lebkuchen, Schoggi, das neue Jamie Oliver Kochbuch, Bettwäsche und ein Navi für unser Auto (unser Nüvi ist schon länger in Betrieb, aus gegebenem Anlass haben wir es uns schon vor Weihnachten zugelegt)
Also ihr Lieben, ich hoffe, ihr hattet auch so schöne Weihnachten wie wir! Nur etwas fehlte für das perfekte Weihnachten: die Familie. Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben, gelle!

Lieber Gruss an alle!

Guillardia
Guillardia
Guillardia

Ob sich Björn über so was freuen würde?!

Guillardia
Hallo ihr Lieben, heute das letzte Mal was Traditionelles zum vierten Advent. Ich hoffe, ihr hattet etwas Freude an den Geschichten und Gedichten. Die Texte stammen in der Regel aus den letzten 250 Jahren, wurden aus antiquarischen Büchern entnommen und aufbereitet. Wenn ihr mehr davon lesen wollt, dann schaut mal auf http://www.weihnachtsmann.net/ vorbei.

Viel Spass beim Lesen

Eure Guillardia




Auf des Weihnachtsmanns Spuren


In dieser Nacht,
als niemand wacht,
ging durch den Tann
der Weihnachtsmann.

Sein Sack hing schwer
vom Rücken her
und schleift im Schnee,
ganz deutlich seh
ich seine Spur,
folgt mir nur!

Hier an diesem Dornenbusch
ging er eine Strecke,
deutlich seh ich’s, glaubt ihr’s nicht?
folgt mir um die Ecke!
Aber sacht,
Kein Geräusch gemacht!
Hier an diesem Dornenbusch
Blieb der Sack ihm hängen,
und er musste mühsam sich
durch das Dickicht zwängen!

Hier an diesem Dornenbusch
Ist sein Sack zerrissen!
Aus dem Sack
klick klack, klick klack
tröpfelt es Nüssen! -

Eichhörnchen hat vom Tannenzweig
das Unglück schon gesehen,
doch warnt es nicht den Weihnachtsmann,
es lässt ihn weitergehen.
Er schlägt den Schwanz zum Kringel,
der kleine braune Schlingel,
und klettert flink und munter
vom Tannenbaum herunter.

Nun sitzt es dort in guter Ruh’
am Weihnachtstisch, seht ihm nur zu,
knackt Nüsse sehr bedächtig.
Ihr seht, es schmeckt ihm prächtig!
. . . . . . . Vergnügten Gesichts
tat der Alte, als merkte er nichts,
dachte an Kinder und frohe Gesichter,
dachte an Spielzeug und Weihnachtsbaumlichter,
ging indessen zum Wald hinaus. -
Immer näher an unser Haus
führte ganz deutlich seine Spur,
denkt euch nur! -
"Mutter, Mutter, wir haben’s gesehen,
denkt doch, des Weihnachtsmanns Spuren gehen
deutlich bis dicht vor unsere Tür!
Mutter, war er vielleicht schon hier?"
Spricht die Mutter: "Denkt doch mal an,
eben war bei mir der Weihnachtsmann!
Plötzlich hört’ ich ein starkes Klopfen,
öffnete selbst, da trat er ein,
bat mich, ich möchte den Sack ihm stopfen,
denkt doch, ihm riss ein Loch hinein!
Und da hat er mir vieles erzählt,
wie ihm dies und jenes gefehlt.
Aber der Sack war doch noch sehr voll,
hat auch gefragt, was er hier lassen soll!?
Sachte, Kinder, hübsch artig immer!
Und geht mir nicht an das Weihnachtszimmer!"

Paul Kaestner, 1876 - 1936



Guillardia
Also geschwind mal noch Weihnachtsplätzchen gebacken, denn die Weihnachtsbäckerei gehört zu dem ganzen Weihnachtsrummel doch dazu (den wir dieses Jahr aus bekanntlichen Gründen kaum haben). Dieses Jahr gibt es ganz klassisch:

Heidesand, mein absoluter Favorit und somit ein Muss,

Vanillekipferl, immer wieder lecker und auch schnell gemacht,

Linzer Törtchen, denn was fruchtiges darf auch nicht fehlen!

Und die ganze Wohnung erfüllt sich mit Plätzchenduft, jetzt kann Weihnachten kommen!
Guillardia
...... meine neuen Arbeitskollegen aus dem Labor in Calgary (die MS-Abteilung). Merry Christmas to you all and see you in 2008!


...... meine ehemaligen Arbeitskollegen aus dem Labor in Bern! Weihnachtliche Grüsse an mich aus der Ferne, vielen Dank!
Guillardia

Herr Winter und die Kinder



Im weißen Pelz der Winter
steht lang schon vor der Tür.
"Ei guten Tag, Herr Winter!
Das ist nicht hübsch von dir.
Wir glaubten, du wärest wer weiß wie weit,
da kommst du auf einmal dahergeschneit.
Nun, da du schon hier bist, so mag’s wohl sein;
doch sage, was bringst du uns Kindelein?"
"Was ich euch bringe, das sollt ihr wissen:
Sankt Nikolaus erst mit Äpfeln und Nüssen;
dann Christbaum mit Kerzen und Marzipan,
Lebkuchen, so viel ich schleppen kann;
darunter Puppen und Puppenstuben
und Zinnsoldaten für die Buben;
auch Bilderbücher, Wagen und Pferde,
und eine Krippe mit Hirten und Herde.
Dann lustige Fastnacht mit Tanz und Spiel,
Hanswurstel und Masken, ich weiß nicht wie viel;
auch Mäntel und Handschuh, und wollt ihr hübsch bitten,
so bring ich euch die schönsten Schlittschuh und Schlitten
und blankes Eis,
so viel ich weiß;
große Schneeballen
die euch gefallen,
und dann im Jänner
die größten Schneemänner."
"Macht auf und lasst den Winter herein!
Er soll uns allen willkommen sein.

Hermann Kletke, 1813 - 1886


Ich wünsche Euch einen wunderschönen 1. Advent!

Eure Guillardia



Guillardia


Uhh, manchmal kann das Leben als Forscher richtig hart sein. Da musste ich doch von Montag bis Donnerstag auf eine Konferenz nach Banff.

Die Beschreibung des Hotels lässt schon schlimmes erahnen:

Fairmont Banff Springs Hotel*****

Das berühmte Grand Hotel der kanadischen Rockies in traumhaft schöner Kulisse.
Lage: etwas oberhalb von Banff. Ein Shuttlebus verkehrt regelmäßig zwischen dem Hotel und Banff. Der Skibus hält direkt vor der Tür.
Zimmer: Alle 770 Zimmer bieten einen herrlichen Blick auf die umliegenden Berge. Kabel-TV, Radio, Telefon, Minibar, Kaffeemaschine, Fön, Badezimmer.
Ausstattung: 19 Restaurants und Lounges, 40 Shops und Boutiquen. Skiverleih, Apres-Ski Bar. Großzügig angelegtes Spa, mit Innen- und Außenpool, Whirlpools, Sauna, Skikeller.


Ein Blick auf das Hotel!

Hmm, warum ist das Auto nur so voll? Kommt das vielleicht durch die enorme Menge an schneetauglicher Freizeitgaderobe. Aber die Posterrolle beweist: Wir sind gekommen um zu arbeiten.

Ein Blick ins Zimmer, das ich mir mit einer netten Chinesin geteilt habe. Nicht wirklich was besonderes auf den ersten Blick.

Aber diese Aussicht, das ist schon nett!

Dann mal kurz durchs Hotel geschlendert, denn mann muss sich ja auch zurechtfinden. Oh, den heissen Aussenpool kann man garnicht verfehlen, so ein Pech aber auch ;-)

Nette kleine Lokalität, die abends häufig frequentiert wurde (ein Cafe Latte hat mich da 7 CAD gekostet und leider war der Mojito nicht ganz 5 Sterne tauglich, aber was man nicht alles auf sich nimmt).

Und dann die Weihnachtsdeko, die das Hotel richtig magisch erscheinen liess (Hogwarts lässt grüssen)

Na, das ist mal ein Baum!

Wie erfrischend, kein CocaCola-roter Weihnachtsmann!

Das riesige Lebkuchenhotel darf natürlich nicht fehlen!

Natürlich war ich nicht alleine da! Ro, George, Emma und Smriti!

Angelika und Lorraine
Emma und Smriti auf unserem Ausflug nach Banff "Down Town"



Das Labor V.Wee Yong bei einem schweizer-deutschen Abend! Ich sage nur Schnitzel und Fondue.


Wir hatten ein Fondue Special
Die Vorspeise: Käse-Fondue (Hmmm, was habe ich das vermisst)
Der Hauptgang: Fondue Chinoise (Rindfleisch in Brühe mit viel Gemüse)
Das Dessert: Toblerone-Schokoladen-Fondue (Oh, ein Traum)

Ich sag ja, das Leben als Forscher ist schon schwer!


Guillardia
......brachte uns einen neuen Mitbewohner ins Haus, nachdem ich zwei meiner Secret Santa Geschenk abgewichtelt bekam.


Ich hatte aber auch ein gutes Händchen für coole Geschenke gestern abend!







Erst das Comic-Buch von Nightmare Before Christmas, was mir Smriti abluchste....
(Sie ist ein Riesenfan von diesem Film, sie wird es verschlingen)


















.......dann hatte ich witzige Zehensocken im Päckchen, die Rowena so klasse fand, das ich dann mir ein drittes Päckchen aussuchen durfte.














Und da war er dann drin!


Manchmal ist es einfach Schicksal, das man das Beste zum Schluss bekommt!













Bis zum nächsten Jahr Secret Santa!
Guillardia

Die Geschichte zum zweiten Advent




Eine Geschichte von Paula Dehmel




Der Stern der Mitte







Ein weiser Mann aus dem Morgenland hatte nach Jahren mühseliger Arbeit aus den Gesteinen der Erde einen Stern zusammengesetzt, in dem die feinsten Kräfte des Lebens gebannt waren. Was dem Weisen Schönes und Wertvolles begegnet war, hatte er in Kristallen verwandelt und dem Sterne eingefügt.
Als der Wunderstern vollendet war, ließ er auf der Landstraße, die von Mekka nach Medina führt, eine prächtige Schau- und Kaufhalle errichten. Hoch oben in der Kuppel befestigte er seinen Stern. Um ihn her liefen goldene Lettern, die in einer fremden Sprache folgenden Spruch trugen:

Weib oder Mann,
sieh mich gläubig an,
dann leuchtet tief,
was verborgen schlief,
dann wird zum Kern der Dinge Gestalt,
dann wird zur Ohnmacht fremde Gewalt,
dann wird zum Helden das Kind, der Tor,
dann klimmt ein Mensch zu Gott empor!

Tausende von Wanderer kamen täglich durch die Wunderhalle und bestaunten die Pracht und die Schätze, die der weise Mann darin aufgehäuft hatte. Sie betasteten das künstliche Gitterwerk vor den Schaukästen, die farbenprächtigen Teppiche an den Wänden, die herrlichen Sammlungen der Waffen und edlen Gesteine in den Nischen - jedoch den Stern hoch oben in der Deckenwölbung sah niemand gläubig an. Wohl streifte ab und zu ein halber blick den hellen Fleck, aber man hielt ihn für wertloses Glas, und niemandes Auge blieb an ihm haften. Immer kehrten die Blicke in die prächtige Halle unten zurück. Da hingen auch zwei große Bilder an den Wänden. Vor diesen Bildern stand die Menge immer dichtgedrängt mit Staunen und Geflüster.
Das eine Bild stellte den Tod dar, wie er an einer langen Kette vorbeimarschierte und mit der Sense einem Soldaten nach dem andern den Kopf abschlägt. Die Soldaten aber - und das war grausig anzusehen - standen alle stramm wie auf dem Kasernenhof, und die ihren Kopf noch hatten, machten die Augen zu. Vorn, auf dem Feuer einer platzenden Granate, saß grinsend der Teufel und schwenkte sein rotes Fähnchen.
Das Bild auf der andern Seite war ein Gastmahl in einer offenen Veranda. Eine Menge schöngeputzter Herren und Damen saßen da zu Tische. Erlesene Speisen und edle Weine standen vor ihnen. Sie aßen und lachten mit einander und warfen Knochen und Brotstücke über die Brüstung. Draußen standen viele arme Leute und fingen die Broken auf; einige mit Hass in den Augen, andere mit tiefer Verbeugung. Daneben standen etliche, die sahen traurig oder ingrimmig zu, und einer ballte die Faust nach dem Tisch mit den Speisen.
Diese beiden Bilder zogen die Menschen immer wieder machtvoll an, aber der Weise aus dem Morgenland sah kopfschüttelnd zu; die Halle war schon seit Jahren fertig, und noch kein Pilger hatte den Stern der Decke gläubig angesehen.
Da kam eines Tages ein Findelkind der Armut in das Gewölbe. Heimatlos und elternlos war der Knabe ausgezogen, aber Augen waren voll Sonne und sein Herz voll Güte. Er sang in den blauen Himmel hinein, und sein trocknes Brot mundete ihm wie köstliches Manna. Ehrfurchtsvoll trat er in das hohe Tor, ließ seine staunenden Blicke langsam durch das Gewölbe gleiten und sah entzückt auf zur Kuppel. Da war ihm, als ob das ganze Bauwerk fern oben in der Mitte zusammenfloss, und als ob sich goldne Ströme in langen Bahnen aus dem leuchtenden Sterne in die Halle zurückergössen. Immer wieder sah er hinab - hinauf - seine Augen wurden weit vor staunender Erkenntnis, und wie zum Gebet schlossen sich seine Hände.
Da erfüllte sich das Wunder, das den Sterne innewohnte: Er fing an sich zu drehen und dem Knaben sein verborgenes Farbenspiel zu zeigen. Weich und glühend dehnten sich seine bunten Kreise durch das Gewölbe; und was sie berührten, wurde von eigenem Leben erfüllt oder kristallen durchsichtig und offenbarte dem Beschauer sein innerstes Wirken. Da faltete der einsame Knabe gläubig die Hände und betete: "Gelobt sei Allah!"
Wie ein Träumender ging er zuerst durch das Gewimmel der anderen Pilger; sie wichen scheu vor ihm, er aber merkte es nicht.
Bald jedoch erfüllte sich die Verheißung des Weisen an ihm; es war, als ob ein geheimes Licht in Menschen und Dinge hineinleuchtete. So sah er vieles, was den andern verborgen war, und was er selbst nie vorher gesehen hatte. Auch die Bilder in der Halle sah er mit neuen Augen. Auf dem Bilde mit den geköpften Soldaten erblickte er hinter allen Greueln den Friedensengel; und auf dem Bilde der Reichen und Armen sah er den Geist der Gerechtigkeit, der eben das Schwert aus der Scheide zog. Fern aber zwischen beiden Bildern, tat sich ihm die Wand auf, und er sah ein neues Land in der Dämmerung liegen, wo stolze, gesunde Menschen ihrem Tagewerk und ihrer Muße nachgingen.
Und er sah das Lebendige und das Tote, und erkannte, dass ein Weizenkorn mehr sei als ein Goldkorn.
Und sah den Krieg und die Bitternis, und wusste, dass der Frieden ihr letztes Kind sein würde.
Und er sah, dass der Tod nur ruhendes Leben und das Endliche nur ein Widerspiel des Unendlichen ist.
Und er wuchs und tat seinen Mund auf und sagte den Pilgern, was er sah. Und es ging ein Leuchten von ihm aus, so dass sie ihm glaubten und ihm anhingen.
Er hatte den Stern in der Mitte gläubig angesehen.



Paula Dehmel, 1862 - 1918


















Ich wünsche Euch einen wunderschönen zweiten Advent!

Eure Guillardia

Guillardia
Stellt schön brav heute abend eure Stiefel vor die Tür, vielleicht steckt euch der Nikolaus Schokolade, Nüsse und Äpfel hinein. Von mir bekommt ihr jedenfalls eine schöne Nikolaus-Geschichte! Viel Spass damit und einen schönen Nikolausi wünscht euch



Guillardia


Eine Geschichte von Luise Büchner


Die Geschichte vom Kräutchen Eigensinn
Der kleine Georg war trotz der schönen Erzählungen der Tante beim Schlafengehen sehr unartig und sehr eigensinnig gewesen, da sagte ihm die Mama: "Nimm Dich nur in Acht, sonst bringt Dir der Nikolaus zu Weihnachten eine Rute vom Kräutchen Eigensinn!"
Als nun die Kinder am andern Abend wieder bei der Tante saßen, da sagte Mathildchen: "Liebe Tante, erkläre mir doch, was eine Rute vom Kräutchen Eigensinn ist." Der Georg saß bei dieser Frage mäuschenstill und guckte mit den großen, blauen Augen auf seine Schuhe, als ob er sie noch nie gesehen hätte, die Tante aber antwortete: "Das sind die allergefährlichsten Ruten, die es gibt, um die darf das gute Christkind keine roten Bänder und kein Flittergold wickeln und die werden auch nicht bloß zum Schmuck und zur Warnung hinter den Spiegel gesteckt, sondern mit denen gibt es wirkliche Hiebe und woher sie kommen, das will ich Euch jetzt ganz genau erzählen:
Am Rand einer großen, grünen Wiese stand ein hübscher, kleiner Strauch, der hatte schlanke Zweige, grüne Blätter und schöne weiße Blüten, so dass er gar lieblich anzusehen war - aber, es war ein schlimmes Kraut. Es wollte immer etwas Anders tun, als es gerade sollte, sagte zu allen Dingen: "Nein!" statt: "Ja!" und die Blumen und Sträucher auf der Wiese nannten es nur noch: "das Kräutchen Eigensinn. "Wenn ein Bienchen geflogen kam und in den Kelch seiner Blüten schlüpfen wollte, um sich Honig zu sammeln, dann schloss er schnell die Blüten fest zu. Summte und brummte das fleißige Tierchen auch noch so eifrig: "Mach' auf! mach auf!" so rief das Kraut doch immerfort: "Ich will nicht, ich mag nicht, ich tu's nicht!" bis das Bienchen ganz zornig davon flog und nie mehr wieder kam. Ein andermal kam ein liebes, kleines Mädchen daherspaziert, das pflückte sich einen Strauß und wollte auch ein Zweiglein von dem schönen, grünen Strauche dazu nehmen. Aber Kräutchen Eigensinn bog sich herüber und hinüber, wand sich hin und her und wollte nichts geben. - "Ei, Kräutchen Eigensinn", sagte seine Nachbarin, ein kleines Heckenrösschen, "so gib doch dem lieben Kinde nur ein kleines Zweiglein!" "Ich mag nicht, ich will nicht!" rief es dagegen, und ließ sich jetzt erst recht nichts nehmen. Die gute Sonne hatte von dem blauen Himmel herab Alles mit angesehen und ward bitterböse; sie rief herunter: "Du hässliches Ding, willst Du denn gar nie mehr lieb und artig sein? Ich scheine so gern herab auf alle die lieben Blumen und Sträucher, aber Dir möchte ich auch nicht einen Strahl mehr senden!" "Nein! denn ich will unartig sein! ich darf unartig sein!" rief das Kräutchen Eigensinn hinauf, "und willst Du nicht auf mich scheinen, so kannst Du es bleiben lassen!" Das war doch gewiss entsetzlich ungezogen von dem Kräutchen Eigensinn, die Sonne wandte ihr freundliches Gesicht schweigend von ihm ab, die Blumen und Gräser sprachen kein Wort mehr mit ihm und die Bienchen und Schmetterlinge flogen Alle an ihm vorüber, denn Keines wollte noch etwas von ihm wissen. Endlich gegen Abend kam noch von weit her ein Vögelchen geflogen und wie es so daher schwebte und den schönen, grünen Strauch ansah, wollte es sich ein wenig darauf ausruhen und ein Liedchen singen. Da hätte doch nun das Kräutchen Eigensinn Gelegenheit gehabt, wieder lieb und gut zu sein und sich mit den Andern auszusöhnen.
Aber, nein, es war noch trotziger dabei und meinte Wunder, wie großes Unrecht ihm geschehen sei. Kaum hatte sich der Vogel ein hübsches Plätzchen ausgesucht, da fing es an sich zu biegen und zu neigen und wollte ihn durchaus von sich abschütteln. "Ach", bat das Vöglein freundlich, "halte doch stille, lieber Strauch, ich singe Dir auch mein allerschönstes Lied!" "Nein, ich will nicht, ich tu's nicht! Ich mag von Euch jetzt auch nichts mehr wissen!" rief Kräutchen Eigensinn voll Wut und Zorn. Da flog das Vöglein fort und setzte sich zu dem Röslein, das es freundlich bei sich aufnahm.
Am andern Morgen schien die Sonne nicht, der Himmel war ganz voll Wolken und der Wind fegte im Wald und auf der Wiese herum, dass kein Schmetterling und keine Biene sich herausgetraute; selbst die Vögel blieben scheu in ihren Nestern. Die dicksten Bäume bog der Wind um und zerzauste sie, dass sie kaum mehr wussten, wohin sich wenden. Die Sträucher und Blumen auf der Wiese duckten sich ganz stille unter, ließen den Wind über sich herwehen und warteten auf bessere Zeiten. Aber Kräutchen Eigensinn, das duckte sich nicht; es wollte mit dem Winde spielen und meinte, es sei so stark wie er und brauche sich weder zu biegen, noch zu neigen. Was kümmert sich aber der Wind um seinen schwachen Widerstand, er fegte unerbittlich drüber hin und her und bald lagen die meisten Blüten alle auf der Erde, die grünen Blättchen flatterten wild umher und der Nachbarin, dem guten Röschen, ward ganz angst und bange. "Kräutchen Eigensinn", rief es warnend, "lasse Deine Zweige nieder hängen, der Wind zerreißt Dich sonst in tausend Stücke!" "Ich will mit dem Winde spielen, ich darf es tun, Du hast es mir nicht zu wehren!" antwortete Kräutchen Eigensinn und trieb es nur noch toller. Aber - was geschah? Nach einer halben Stunde war das Kräutchen Eigensinn kein grüner Strauch mehr, sondern ein hässliches, kahles Reis, das aussah, als ob die Raupen es abgefressen hätten. Nur ganz unten hingen noch ein paar kleine Blättchen an dünnen Fäden und schaukelten sich hin und her. Nun war es mit dem Kräutchen Eigensinn aus; kein Bienchen sah es mehr an, Niemandem fiel es ein, sich ein Zweiglein zum Strauße zu pflücken, und die Vöglein flogen Alle vorüber, als ob es gar nicht auf der Welt wäre. Es konnte nicht einmal mehr sagen: "Ich will nicht, ich mag nicht!" denn keine Seele wollte etwas von ihm. So verging der Sommer und der Herbst kam, wo der Nikolaus auszieht, um sich Reiser für seine Ruten zu holen. Er hatte manchmal von der Böllsteinerhöhe herab gesehen, wie es das Kräutchen Eigensinn trieb und jedes Mal gedacht: "Na warte nur, weil Du zu allem "Nein!" sagst, sollst Du mir noch die kleinen Leute "Ja!" sagen lehren!" Als er nun mit seinem Grauchen über die Wiese zog, sah er schon von Weitem das dürre Reis und rief vergnügt: "Ha, das hat schöne, schlanke Gerten gegeben, die will ich nun zu Ruten binden und da wird mein Kräutchen Eigensinn den Kindern bald den Eigensinn aus den kleinen Trotzköpfchen treiben!" Gesagt, getan, er schnitt die Gerten ab, lud sie dem Esel auf und sagte daheim zu Christkind: "An den Ruten da machst Du mir nichts, die binde ich einfach mit Schnur zusammen, die sind für den Ernst und nicht für den Spaß!"
Wo nun ein unartiges Kind ist, das bei Allem sagt: "Ich will nicht, ich mag nicht!" dem bringt der Nikolaus eine Rute vom Kräutchen Eigensinn und das tanzt ihm dann solange auf dem Rücken herum, bis es nie mehr sagt: "Ich tu's nicht!"Lieber Georg und liebes Mathildchen nehmt Euch darum nur sehr in Acht, dass Euch der Nikolaus nicht so eine Rute vom Kräutchen Eigensinn bringt."Ich will gar nicht mehr eigensinnig sein", sagte der Georg, und Mathildchen küsste die Tante und rief: "Nicht wahr, ich bin lieb?"
Luise Büchner, 1821 - 1877
Guillardia
Alles, alles Liebe zum Burtseltag!


Mein Polarbär wird heute ein Jahr älter!
Ich wünsche Dir das Allerbeste zu deinem Geburtstag!

Dein Stern
Guillardia

Eine Geschichte von Hermann Löns:


Der aller erste Weihnachtsbaum



Der Weihnachtsmann ging durch den Wald. Er war ärgerlich. Sein weißer Spitz, der sonst immer lustig bellend vor ihm auf lief, merkte das und schlich hinter seinem Herrn mit eingezogener Rute her.
Er hatte nämlich nicht mehr die rechte Freude an seiner Tätigkeit. Es war alle Jahre dasselbe. Es war kein Schwung in der Sache. Spielzeug und Esswaren, das war auf die Dauer nichts. Die Kinder freuten sich wohl darüber, aber quieken sollten sie und jubeln und singen, so wollte er es, das taten sie aber nur selten. Den ganzen Dezembermonat hatte der Weihnachtsmann schon darüber nachgegrübelt, was er wohl Neues erfinden könne, um einmal wieder eine rechte Weihnachtsfreude in die Kinderwelt zu bringen, eine Weihnachtsfreude, an der auch die Großen teilnehmen würden. Kostbarkeiten durften es auch nicht sein, denn er hatten so und soviel auszugeben und mehr nicht.
So stapfte er denn auch durch den verschneiten Wald, bis er auf dem Kreuzwege war, dort wollte er das Christkindchen treffen. Mit dem beriet er sich nämlich immer über die Verteilung der Gaben.
Schon von weitem sah er, dass das Christkindchen da war, denn ein heller Schein war dort. Das Christkindchen hatte ein langes, weißes Pelzkleidchen an und lachte über das ganze Gesicht. Denn um es herum lagen große Bündel Kleeheu und Bohnenstiegen und Espen - und Weidenzweige, und daran taten sich die hungrigen Hirsche und Rehe und Hasen gütlich. Sogar für die Sauen gab es etwas, Kastanien, Eicheln und Rüben.


Der Weihnachtsmann nahm seinen Wolkenschieber ab und bot dem Christkindchen die Tageszeit. "Na, Alterchen, wie geht`s?" fragte das Christkind, "hast wohl schlechte Laune?" Damit hakte es den Alten unter und ging mit ihm. Hinter ihnen trabte der kleine Spitz, aber er sah gar nicht mehr betrübt aus und hielt seinen Schwanz kühn in die Luft.
"Ja," sagte der Weihnachtsmann, "die ganze Sache macht mir so recht keinen Spaß mehr. Liegt es am Alter oder an sonst was, ich weiß nicht, ich hab` kein Fiduz mehr dazu. Das mit den Pfefferkuchen und den Äpfeln und Nüssen, das ist nichts mehr. Das essen sie auf, und dann ist das Fest vorbei. Man müsste etwas Neues erfinden, etwas, das nicht zum Essen und nicht zum Spielen ist, aber wobei Alt und Jung singt und lacht und fröhlich wird."

Das Christkindchen nickte und machte ein nachdenkliches Gesicht; dann sagte es: "Da hast du recht, Alter, mir ist das auch schon aufgefallen. Ich habe daran auch schon gedacht, aber das ist nicht so leicht."
"Das ist es ja gerade," knurrte der Weihnachtsmann, "ich bin zu alt und zu dumm dazu. Ich habe schon richtiges Kopfweh von dem alten Nachdenken, und es fällt mir doch nichts Vernünftiges ein. Wenn es so weiter geht, schläft allmählich die ganze Sache ein, und es wird ein Fest wie alle anderen, vor dem die Menschen dann weiter nichts haben, als faulenzen, Essen und Trinken."

Nachdenklich gingen beide durch den weißen Winterwald, der Weihnachtsmann mit brummigem, das Christkindchen mit nachdenklichem Gesichte. Es war so still im Walde, kein Zweig rührte sich, nur, wenn die Eule sich auf einen Ast setzte, fiel ein Stück Schneebehang mit halblautem Ton herab. So kamen die beiden, den Spitz hinter sich, aus dem hohen Holze auf einen alten Kahlschlag, auf dem große und kleine Tannen standen. Das sah nun wunderschön aus. Der Mond schien hell und klar, alle Sterne leuchteten, der Schnee sah aus wie Silber, und die Tannen standen darin, schwarz und weiß, dass es eine Pracht war. Eine fünf Fuß hohe Tanne, die allein im Vordergrunde stand, sah besonders reizend aus. Sie war regelmäßig gewachsen, hatte auf jedem Zweig einen Schneestreifen, an den Zweigspitzen kleine Eiszapfen, und glitzerte und flimmerte nur so im Mondenschein.
Das Christkindchen ließ den Arm des Weihnachtsmanns los, stieß den Alten an, zeigte auf die Tanne und sagte: "Ist das nicht wunderhübsch?"
"JA," sagte der Alte, "aber was hilft mir das?" "Gib ein paar Äpfel her," sagte das Christkindchen, "ich habe einen Gedanken."
Der Weihnachtsmann machte ein dummes Gesicht, denn er konnte es sich nicht recht vorstellen, dass das Christkind bei der Kälte Appetit auf die eiskalten Äpfel hatte. Er hatte zwar noch einen guten alten Schnaps in seinem Dachsholster, aber den mochte er dem Christkindchen nicht anbieten.

Er machte sein Tragband ab, stellte seine riesige Kiepe in den Schnee, kramte darin herum und langte ein paar recht schöne Äpfel heraus. Dann fasste er in die Tasche, holte sein Messer heraus, wetzte es an einem Buchsstamm und reichte es dem Christkindchen. "Sieh, wie schlau du bist", sagte das Christkindchen. "Nun schneid/` mal etwas Bindfaden in zweifingerlange Stücke, und mach` mir kleine spitze Pflöckchen." Dem Alten kam das alles etwas ulkig vor, aber er sagte nichts und tat, was das Christkind ihm sagte. Als er die Bindfadenenden und die Pflöckchen fertig hatte, nahm das Christkind einen Apfel, steckte ein Pflöckchen hinein, band den Faden daran und hängte den an einen Ast.
"So," sagte es dann, "nun müssen auch an die anderen welche und dabei kannst du helfen, aber vorsichtig, dass kein Schnee abfällt!"
Der Alte half, obgleich er nicht wusste, warum. Aber es machte ihm schließlich Spaß, und als die ganze kleine Tanne voll von rotbäckigen Äpfeln hing, da trat er fünf Schritte zurück, lachte und sagte: "Kiek, wie niedlich das aussieht! Aber was hat das alles für`n Zweck?"
"Braucht denn alles gleich einen Zweck zu haben?" lachte das Christkind. "Pass auf, das wird noch schöner. Nun gib mal Nüsse her!"
Der alte krabbelte aus seiner Kiepe Walnüsse heraus und gab sie dem Christkindchen. Das steckte in jedes ein Hölzchen, machte einen Faden daran, rieb immer eine Nuss an der goldenen Oberseite seiner Flügel, und dann war die Nuss golden, und die nächste an der silbernen Unterseite seiner Flügel, und dann hatte es eine silberne Nuss, und hing die zwischen die Äpfel.
"Was sagst nun, Alterchen?" fragte es dann, "ist das nicht allerliebst?"
"Ja," sagte der, "aber ich weiß immer noch nicht - "Kommt schon!" lachte das Christkindchen. "Hast du Lichter?"

"Lichter nicht," meinte der Weihnachtsmann, "aber `n Wachsstock!"
"Das ist fein", sagte das Christkind, nahm den Wachsstock, zerschnitt ihn und drehte erst ein Stück um den Mitteltrieb des Bäumchens und die anderen Stücke um die Zweigenden, bog sie hübsch gerade und sagte dann: "Feuerzeug hast du doch?"
"Gewiss", sagte der Alte, holte Stein, Stahl und Schwammdose heraus, pinkte Feuer aus dem Stein, ließ den Zunder in der Schwammdose zum Glimmen kommen und steckte daran ein paar Schwefelspäne an. Die gab er dem Christkindchen. Das nahm einen hellbrennenden Schwefelspan und steckte damit erst das oberste Licht an, dann das nächste davon rechts, dann das gegenüberliegende, und rund um das Bäumchen gehend, brachte es so ein Licht nach dem andern zum Brennen.
Da stand nun das Bäumchen im Schnee; aus seinen h
albverschneiten dunklen Gezweig sahen die roten Backen der Äpfel, die Gold - und Silbernüsse blitzten und funkelten, und die gelben Wachskerzen brannten feierlich. Das Christkindchen lachte über das ganze rosige Gesicht und patschte in die Hände, der alte Weihnachtsmann sah gar nicht mehr so brummig aus, und der kleine weiße Spitz sprang hin und her und bellte.
Als die Lichter ein wenig heruntergebrannt waren, wehte das Christkindchen mit seinen goldsilbernen Flügeln, und da gingen die Lichter aus. Es sagte dem Weihnachtsmann, er solle das Bäumchen vorsichtig absägen. Das tat der, und dann gingen beiden den Berg hinab und nahmen das bunte Bäumchen mit.

Als sie in den Ort kamen, schlief schon alles. Beim kleinsten Hause machten die beiden halt. Das Christkindchen machte leise die Tür auf und trat ein; der Weihnachtsmann ging hinterher. In der Stube stand ein dreibeiniger Schemel mit einer durchlochten Platte, den stellten sie auf den Tisch und steckten den Baum hinein. Der Weihnachtsmann legte dann noch allerlei schöne Dinge, Spielzeug, Kuchen, Äpfel und Nüsse unter den Baum, und dann verließen beide das Haus ebenso leise, wie sie es betreten hatten.
Als der Mann, dem das Häuschen gehörte, am anderen Morgen erwachte und den bunten Baum sah, da staunte er und wusste nicht, was er dazu sagen sollte. Als er aber an den Türpfosten, den des Christkinds Flügel gestreift hatte, Gold - und Silberflimmer hängen sah, da wusste er Bescheid. Er steckte die Lichter an dem Bäumchen an und weckte Frau und Kinder.

Das war eine Freude in dem kleinen Hause, wie an keinem Weihnachtstage. Keines von den Kindern sah nach dem Spielzeug und nach dem Kuchen und den Äpfeln, sie sahen nur nach dem Lichterbaum. Sie fassten sich an den Händen, tanzten um den Baum und sangen alle Weihnachtslieder, die sie wussten, und selbst das Kleinste, was noch auf dem Arme getragen wurde, krähte, was er krähen konnte.
Vor dem Fenster aber standen das Christkindchen und der Weihnachtsmann und sahen lächelnd zu.

Als es helllichter Tag geworden war, da kamen die Freunde und Verwandten des Bergmanns, sahen sich das Bäumchen an, freuten sich darüber und gingen gleich in den Wald, um sich für ihre Kinder auch ein Weihnachtsbäumchen zu holen. Die anderen Leute, die das sahen, machten es nach, jeder holte sich einen Tannenbaum und putzte ihn an, der eine so, der andere so, aber Lichter, Äpfel und Nüsse hingen sie alle daran.
Als es dann Abend wurde, brannte im ganzen Dorfe Haus bei Haus ein Weihnachtsbaum, überall hörte man Weihnachtslieder und das Jubeln und Lachen der Kinder.
Von da aus ist der Weihnachtsmann über ganz Deutschland gewandert und von da über die ganze Erde. Weil aber der erste Weihnachtsbaum am Morgen brannte, so wird in manchen Gegenden den Kindern morgens beschert.

Hermann Löns, 1866 - 1914



Ich wünsche euch allen einen schönen ersten Advent!

Eure Guillardia